American Football ist für Selina Bank mehr als ein Spiel: Strategie, Eventgefühl, Musik, Fans und Emotionen kommen zusammen. Besonders die Nähe der Football-Community und die Stimmung rund um die Munich Ravens haben bei ihr Eindruck hinterlassen.

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Selina, du bist Moderatorin und Redakteurin bei ENERGY. Wie bist du ursprünglich in die Medien- und Radiowelt gekommen?

Wie viele nach der Schule habe ich mich gefragt: Was kann ich gut? Die Antwort war relativ einfach: reden. Ich rede gern und viel und ich liebe es, Menschen zu unterhalten. Also habe ich mir gedacht: Warum nicht genau das zum Beruf machen? Aus dieser Idee wurde sehr schnell meine Leidenschaft – und heute kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen.

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Was macht für dich gute Moderation aus – gerade dann, wenn Sport, Entertainment und Emotionen zusammenkommen?

Authentizität. Ich möchte Moderatorinnen und Moderatoren sehen oder hören, die wirklich mitfühlen. Die sich über einen Touchdown freuen, bei knappen Entscheidungen mitfiebern oder auch mal überrascht werden. Natürlich gehört Fachwissen dazu, aber Emotionen machen Sport erst richtig greifbar. Und auch kleine Versprecher oder Patzer gehören dazu – das macht alles viel nahbarer.

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Du hast bereits Berührungspunkte mit American Football und den Munich Ravens gehabt. Wie hast du diesen Sport persönlich erlebt?

Beim ersten Mal denkt man sich vielleicht: Warum rennen da diese großen Spieler einfach ineinander? Aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto spannender wird es. Die Strategien, die Spielzüge und die vielen verschiedenen Rollen auf dem Feld – jedes Play hat einen Plan. Genau dieses Zusammenspiel macht Football für mich so faszinierend. Und wenn man dann die Chance hat, ein Spiel live zu erleben, sollte man das unbedingt machen.

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Was unterscheidet American Football für dich von anderen Sportarten, wenn es um Atmosphäre, Fans und Eventgefühl geht?

Football ist unglaublich unberechenbar. In einer einzigen Sekunde kann sich ein Spiel komplett drehen. Manchmal reicht ein Spielzug und plötzlich sieht das ganze Ergebnis anders aus. Genau das sorgt dafür, dass die Spannung bis zum Schluss da ist und man ständig das Gefühl hat, etwas verpassen zu können, wenn man kurz nicht hinschaut. Dazu kommt die Football-Community, die sich oft eher wie eine große Familie als eine klassische Fanszene anfühlt. Schon vor dem Spiel kommen Menschen zusammen, feiern und tauschen sich aus – völlig egal, ob sie sich vorher kannten oder nicht. Diese Mischung aus Community, Event und Sport schafft eine Atmosphäre, die man so nur selten erlebt.

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ENERGY München ist Medienpartner der Munich Ravens. Wie wichtig ist aus deiner Sicht Radio und Social Media, um neue Menschen für Football zu begeistern?

Radio und Social Media sind sehr wichtig, wenn es darum geht, Menschen für Football zu begeistern. Im Radio kann man Emotionen über Geschichten transportieren und im besten Fall schon ein Gefühl für den Sport wecken. Social Media macht das Ganze dann sichtbar – mit Bildern und Videos von spektakulären Plays und echter Stimmung im Stadion. Und am Ende darf man auch nicht vergessen, dass sich heute viele Menschen über Social Media informieren und genau da auch neue Interessen entstehen. Wenn man dann zufällig über so einen Moment stolpert, kann das schnell der Einstieg in eine neue Sportleidenschaft sein. Und wenn man das einmal gesehen hat, bleibt oft etwas hängen, das einen nicht so schnell wieder loslässt.

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Du hast unter anderem eine Super-Bowl-Watch-Party mit Ravens-Bezug moderiert. Was ist dir von diesem Event besonders in Erinnerung geblieben?

Am meisten ist mir dieses Familiengefühl in Erinnerung geblieben. Es hat sich nicht angefühlt, als würde ich vor vielen fremden Menschen moderieren, sondern eher wie in einem großen Wohnzimmer voller Football-Begeisterter. Fans, Spieler und Coaches kamen alle zusammen, haben gefeiert und den Abend genossen. Genau diese Community macht Football für mich so besonders – diese Nähe und Energie in solchen Momenten ist etwas ganz Besonderes.

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American Football lebt stark von Show, Musik, Stadiongefühl und Community. Passt dieser Sport deshalb besonders gut zu einem Sender wie ENERGY?

Ja, total. Football hat für mich einen riesigen Eventcharakter. Da geht es nicht nur um Sport, sondern auch um Musik, Emotionen und das gemeinsame Erlebnis. Genau das passt aus meiner Sicht auch gut zu ENERGY. Wenn ich bei einem Ravens-Spiel bin, fühlt es sich oft an wie bei einem großen Event oder Konzert: Menschen kommen zusammen, feiern etwas, das sie begeistert, und nehmen gemeinsame Erinnerungen mit nach Hause.

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Viele Menschen in Deutschland entdecken Football gerade erst neu. Was müsste passieren, damit der Sport noch sichtbarer und verständlicher wird?

Football muss vor allem erlebbar werden. Menschen sollten die Möglichkeit bekommen, den Sport live zu sehen oder selbst auszuprobieren. Die Munich Ravens machen da schon einiges – zum Beispiel mit Aktionen in der Stadt, wie gebrandeten Überzügen für Fahrradsitze, um sich und den Sport sichtbarer zu machen. Oder mit Camps, bei denen junge Menschen gemeinsam mit Spielern und Coaches trainieren und den Sport direkt kennenlernen können. Gleichzeitig braucht es mehr Erklärungen für Einsteiger. Wer zum ersten Mal einschaltet, versteht oft Begriffe wie Down oder False Start nicht direkt. Sobald man den Sport aber ein bisschen erklärt bekommt, merkt man schnell, wie viel Spaß er macht – und dass man automatisch mehr darüber lernen und verstehen will.

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Wie nimmst du die Football-Community in München wahr – gerade rund um die Munich Ravens?

Wenn jemand weiß, wie man Stimmung macht, dann die Ravens-Crowd. Mit Rabenkostümen, blau gefärbten Bärten, Trommeln und Gesängen wird man sofort mitgerissen. Für München selbst wünsche ich mir, dass die Community weiter wächst und noch lebendiger wird. Football lebt von Energie, Leidenschaft und Emotionen – und davon darf es hier gerne noch mehr geben.

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Frauen in Sportmoderation und Sportmedien werden immer sichtbarer. Wie erlebst du diese Entwicklung persönlich?

Leidenschaft kennt kein Geschlecht. Natürlich braucht es auch Vorbereitung und Fachwissen, aber die Begeisterung für den Sport ist die wichtigste Grundlage. Wenn die da ist, sollte es keine Rolle spielen, wer hinter dem Mikrofon steht. Ich würde mir wünschen, dass es im Sportbereich generell noch mehr Kommentatorinnen und Reporterinnen gibt, weil genau da noch viel Potenzial ist.

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Wenn du jemandem erklären müsstest, warum man sich ein Footballspiel live anschauen sollte: Was würdest du sagen?

Wer es nicht macht, verpasst etwas. Football ist live noch einmal eine ganz andere Erfahrung als vor dem Fernseher. Die Geschwindigkeit, die Härte, die Stimmung, die Musik, die Cheerleader und die Emotionen an der Sideline – all das wirkt vor Ort viel intensiver. Auch die Energie der Spieler und Coaches ist richtig spürbar – und die überträgt sich sofort auf alle, die zuschauen. Still sitzen ist da eigentlich keine Option.

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Was wünschst du dir für die Zukunft des American Footballs in München und in Deutschland?

Ich wünsche mir, dass Football in Deutschland weiter wächst und sich langfristig etabliert. Dass noch mehr Menschen diesem Sport eine Chance geben, ihn kennenzulernen und zu entdecken, wie viel Leidenschaft, Strategie und Gemeinschaft darin steckt. Für München wünsche ich mir volle Stadien, eine wachsende Community und dass die nächsten Generationen ganz selbstverständlich mit Football aufwachsen – so wie viele heute mit Fußball.

Vielen Dank für das Interview.

Ein großes Dankeschön an Selina Bank für ihre offenen Antworten und ihren Blick aus Medien-, Moderations- und Community-Perspektive. Ihr Talk zeigt, wie wichtig Emotion, Sichtbarkeit und echte Live-Erlebnisse für die Zukunft des Footballs in Deutschland sind.